Management by doing - Mittelstand und Start up in der City -- Ein Gedankenschweif

 

Unser Kaufverhalten führt zur Disruption im Handel, im Wohnen und in der Logistikbranche, denn: wie kommt das Produkt zum Kunden.

Anlass: Immobilienkongress „Spezialimmobilie“ in Berlin am 21.03.2018

Über 4 Stunden durfte ich die Panels zur Sonderimmobilie moderieren. Viel Vorbereitung in den Themen Hotel, Micro Living, Logistik und Seniorenwohnen. Im ersten Anschein unterschiedliche Produkte, auszudifferenzierende immobilienwirtschaftliche Betrachtungsweisen mit indifferenten Zielgruppen für Nutzer und Anleger.

Aber letztlich laufen die Produkte aus den Bedarfen ineinander - rührt doch der Wandel aus den Kundenbedarfen, die sich radikal geändert haben. Volle Innenstädte schreien nach neuen Wohn- Anlieferungs- und Arbeitskonzepten, zunehmend internationalisierte Young Urban Professionales, Studenten und die zunehmende Professionalisierung auf „on demand“. Gleichzeitig muss mehr als „die letzte Meile“ in kürzester Zeit funktionieren. Die Senioren wollen leben, gepflegt werden, brauchen Zeit und Zuwendung. Die über 80zig jährigen sind heute noch überschaubar, in 20 Jahren in zweistelliger Millionenhöhe in unserer Gesellschaft. Die sog. Silver Agers , die ab 60zig jährigen aus der Alt „68ziger“ Generation der Bundesrepublik oder der sozialisierten Arbeiter – und Bauernschicht der DDR, die jeweils von Sozialismus, Planwirtschaft, Entnazifizierung oder Demokratisierung und Freiheit berichten können, sind in die Jahre gekommen. Geschäftsmodelle verändern sich in kürzeren Zyklen. Wir leben im Wohlstand, so sehr, dass wir uns Gedanken machen, ob man zum Kindergeburtstag eine Einhorn Tasche oder einen Kinobesuch für very young people im political correct Sprech schenken darf.

Wir vergessen, dass Harz IV kein Einkommen ist, sondern eine vorübergehende Unterstützung der Gemeinschaft für die  vermeintlich Schwächeren und das man nicht politisch aktiv für sich selbst in maßloser Selbstüberschätzung, sondern für und in der Gemeinschaft ist, das Haltung kein Wegwerfprodukt, sondern eine moralische Standhaftigkeit, die nicht merkantil unterlegt ist, bedeutet. Das man Menschen, die einem aus dem Herzen helfen, sei es in einem Start up, einer anderen Mitmenschlichkeit, einer gewachsenen Vertrautheit einer privaten oder Geschäftsbeziehung nicht wegen eines egoistischen Eigenfortkommens einfach so benutzt und dann wegwirft. Der Handschlag - und das sagt ein Jurist - muss im Vertrauen Bestand haben, denn aus jedem anderen Vertrag kommt man raus--- wie heißt es so schön: es ist "nur" eine Frage des Geldes.....

Ja, Standardisierung wie durch die technischen Möglichkeiten allerorts, doch nun spürbar fast verzweifelt in unserem eng gewachsenen Land. Man schaue nur auf die Innenstadt: Handel geht zurück, Jungend und Alter erfragen das Produkt zu sich; Push in war einmal, jetzt muss das bestellte Produkt zum Endabnehmer. Das kann virtuell nicht gestaltet werden. Große Handelshäuser bedürfen der Umgestaltung, Revitalisierung, wie es immer war. Ein Unternehmen funktioniert nur, wenn es in seinem Geschäftsmodell regelmäßig Disruption betreibt, das haben die Fuggers schon so gemacht, das passiert heute, nur ungleich schneller.

Analog versus digital - oder besser: zusammen führen müssen wir die Erkenntnisse und Erfahrungen auf allen Gebieten, eingebettet in die Fähigkeiten und Möglichkeiten. Es gibt viel zu tun also bringen uns  ein in unsere Stadtgesellschaft und nutzen dafür die Strukturen und Funktionen - egal in welchem Alter, Reifeprozess oder in welcher Expertise oder Möglichkeit!